Mikronadeln und Hightech-Düsen

Medizintechnik: Mit einer Fläche von etwa 2 m² ist die Haut das größte menschliche Organ, ungefähr ein Drittel des Bluts befindet sich hier. Sie schützt den Körper vor Fremdstoffen und Mikroorganismen und hält die Feuchtigkeit im Innern. Aber sie ist nicht völlig undurchlässig: Relativ kleineWirkstoffmoleküle mit geeigneten chemisch-physikalischen Eigenschaften können sie durchdringen. Diese Möglichkeit nutzen „Transdermale Pflaster“ (TTS).

Im Gegensatz zu oral verabreichten Arzneimitteln wie Tabletten oder Kapseln gelangen Wirkstoffe aus dem TTS nicht in Magen und Darm. So erreichen sie chemisch unverändert mit dem Blutstrom ihr Ziel im Körper. Zudem wird der Wirkstoff konstant über einen längeren Zeitraum abgegeben – praktisch für Patienten, die schon einmal die Einnahme von Medikamenten vergessen.

Auf die Entwicklung von Mikronadelsystemen und nadelfreie Injektionssystemen hat sich die Firma Innovative Injektions-Systeme (IIS) aus Andernach spezialisiert. Diese seien flexibler und universeller einsetzbar, sagt IIS-Geschäftsführer Stefan Henke. „Nadelfreie Systeme können auf den Wirkstoff, seine Zähflüssigkeit, die Eindringtiefe und das Applikationsvolumen angepasst werden. Das stellt eine hohe pharmazeutische Qualität und Reproduzierbarkeit bei der Verabreichung von Injektionslösungen sicher.“ Bei der nadelfreien Injektion drückt ein Stempel-Kolben-System die sterile Flüssigkeit mit hohem Druck in weniger als 1 s durch eine Hightechdüse in die Haut. Anders funktioniert die Wirkstoffabgabe beim noch in der Entwicklung befindlichen Mikronadelsystem. Hier dringen mikroskopisch kleine Nadeln von 100 μm bis 1000 μm Länge in die oberste Hautschicht ein. Da sie keine Nervenenden berühren, sind sie für den Patienten nicht spürbar.

Die Nadeln können aus unterschiedlichen Materialien bestehen: aus Keramik, Stahl, Polymeren oder Silizium. Durch Mikroporen oder das Auflösen der Nadeln wird der Wirkstoff verabreicht. Denkbar ist auch die Applikation von Arzneistoffen mit höherem Molekulargewicht wie Proteine, Peptide und Impfstoffe. Entwickelt und hergestellt werden können klinische Prüfpräparate im neuen R&D-Center der Andernacher Firma.

2016-07-24T07:43:49+00:0028.11.2013|Neuigkeiten|

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