Die Anwendung von Wirkstoffpflastern bietet für Patienten zahlreiche Vorteile.

Ein Pflaster mit vielen Vorteilen

Vorteile von Wirkstoffpflastern 2016-11-13T10:09:33+00:00

Transdermale therapeutische Systeme sind Hightech-Pflaster, die eine Therapie erheblich vereinfachen und für den Patienten angenehmer gestalten. Anstatt viele Tabletten einzunehmen, muss oft nur einmal pro Woche ein neues Pflaster aufgeklebt werden. Außerdem garantieren TTS von LTS einen konstanten Wirkstoffpegel über die Tragezeit. Beschwerden nach dem Aufstehen am Morgen aufgrund mangelnder Wirkstoffzufuhr in der Nacht werden vermieden.

Es gibt 5 wesentliche Vorteile von TTS gegenüber anderen Darreichungsformen.

  1. größeres Wohlbefinden des Patienten
  2. konstanter Wirkstoffspiegel
  3. geringere Nebenwirkungen
  4. Arzneistoffe, die über Magen und Darm nicht aufgenommen werden können, werden verfügbar
  5. Weil die Wirkstoffabgabe gleichmäßig und direkt in die Blutbahn erfolgt, kann die benötigte Wirkstoffmenge reduziert werden

1. Größeres Wohlbefinden der Patientin/des Patienten

Die überwiegende Mehrheit aller Medikamente ist als Tablette oder Kapsel verfügbar und damit zur Einnahme durch den Mund bestimmt (oral). Für Patienten mit Schluckbeschwerden wird die Behandlung dann sehr unangenehm. Aber auch mit der regelmäßigen Einnahme haben viele Patienten Probleme. Schnell ist eine Tablette vergessen und der Therapieerfolg nicht mehr zu 100 Prozent gesichert. Ein Wirkstoffpflaster kann die Einnahme vieler Tabletten ersetzen. Typische Anwendungsintervalle liegen zwischen 24 Stunden und bis zu sieben Tagen. Im Gegensatz dazu können konventionelle Darreichungsformen wie Tabletten oder Kapseln die Wirkstoffe nur für einen sehr begrenzten Zeitraum bereitstellen (wenige Stunden bis maximal einen Tag). Darüber hinaus sorgen Wirkstoffpflaster auch nachts für die erforderliche Wirkstoffzufuhr, ohne dass der Patient seinen Schlaf unterbrechen muss.

2. Konstante Wirkstoffspiegel

Alle durch den Mund und dann über den Magen aufgenommenen Arzneistoffe müssen zunächst die Leber passieren. Hierbei wird je nach Wirkstoff bereits ein erheblicher Teil der aufgenommenen Wirkstoffmenge ausgeschieden. Die dann verbleibende Wirkstoffmenge wird in der Folge durch körpereigene Prozesse kontinuierlich reduziert. Im Ergebnis schwanken die tatsächlich verfügbaren Wirkstoffspiegel ständig von hohen bis sehr hohen Spiegeln direkt nach der Einnahme bis hin zu sehr niedrigen Spiegeln am Ende des Applikationsintervalls. Ein TTS sichert dagegen eine konstante Wirkstoffabgabe, etwa eines Schmerzmittels. Es entsteht ein Gleichgewicht, bei dem aus dem TTS genau so viel Wirkstoff zugeführt wird, wie im Körper verbraucht wird. Mit anderen Worten: Der Körper „tankt“ aus dem TTS die benötigte Wirkstoffmenge. Die Wirkstoffkonzentration im Körper bleibt immer in dem für das Arzneimittel optimalen Bereich.

3. Geringere Nebenwirkungen

Viele Arzneistoffe bieten nicht nur die gewünschten Wirkungen, sondern haben auch unerwünschte Nebenwirkungen. Bei durch den Mund aufgenommenen Stoffen sind dies vor allem Nebenwirkungen in Magen und Darm, etwa Unwohlsein. Darunter leidet nicht nur der Patient unmittelbar, sondern auch seine Bereitschaft, die Therapie, wie medizinisch erforderlich, konsequent fortzusetzen. Die transdermale Wirkstoffaufnahme reduziert diese Nebenwirkungen in aller Regel deutlich.
Zudem weisen viele oral verabreichte Wirkstoffe eine sogenannte Lebensmittelwirkung auf. Das heißt, ihre Aufnahme in den Körper wird stark beeinflusst davon, welche Nahrungsmittel gleichzeitig gegessen werden. Dabei verändert sich, chemisch gesehen, der pH-Säurewert des Körpers. Daher muss der Patient darauf achten, ob er das Medikament vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen soll. Da transdermale Systeme den Wirkstoff direkt über die Haut in den Körper einbringen, wird diese Einschränkung vermieden. Zu den ernsthaftesten Nebenwirkungen von Arzneimitteln gehört die Lebertoxizität. Das bedeutet: Manche Arzneimittel können die Leber schädigen. Auch hier kann durch die Anwendung eines LTS-TTS eine erhebliche Verringerung des Nebenwirkungsrisikos erreicht werden.

Zwei Männer diskutieren auf einer Bank

4. Wenn Arzneimittel über Magen und Darm nicht aufgenommen werden können

Grundvoraussetzung für die Einnahme von Arzneimitteln durch den Mund ist ihre orale Bioverfügbarkeit. Kann ein Wirkstoff gar nicht oder nur sehr begrenzt über Magen und Darm in den Blutkreislauf eingeführt werden, steht er für die Wirkung im Körper nicht zur Verfügung. Daher werden seitens der innovativen Pharmaunternehmen große Anstrengungen unternommen, um die Bioverfügbarkeit von Arzneistoffen zu verbessern. In einigen Fällen ist dieser Aufwand jedoch nicht erforderlich. So ist z. B. das Arzneimittel Neupro® der Firma UCB das weltweit erste Medikament, das ausschließlich als transdermales Pflaster verfügbar ist. Der in Neupro® enthaltene Wirkstoff Rotigotin ist hervorragend wirksam für die Behandlung von Morbus Parkinson. Da Rotigotin oral praktisch nicht bioverfügbar ist, kann man es nicht als Tablette oder Kapsel verabreichen. Das von LTS entwickelte und hergestellte Neupro®-TTS-Pflaster bietet in diesem Fall nicht nur eine elegante und bequeme Behandlung, es macht den Wirkstoff Rotigotin für die Therapie von Morbus Parkinson überhaupt erst verfügbar.

 

5. Geringere benötigte Wirkstoffmengen

Sowohl die Begrenzung der oralen Bioverfügbarkeit als auch der Abbau in der Leber nach der Einnahme des Wirkstoffs über den Magen-Darm-Trakt führen dazu, dass bei oraler Gabe dem Körper wesentlich mehr Wirkstoff zugeführt werden muss, als für die eigentliche Therapie benötigt wird. Durch Anwendung von TTS gelangt hingegen nur die tatsächlich erforderliche Menge an Wirkstoff in den Körper. So müssen z. B. bei der Hormonersatztherapie zur Linderung von Beschwerden in den Wechseljahren täglich etwa 2 mg Estradiol oral eingenommen werden. Bei Verwendung von TTS werden dagegen täglich nur 0,025 bis 0,05 mg abgegeben, also nur 0,4 bis 0,8 Prozent der oralen Dosis.